Unter dem Titel „Menschlich in unmenschlichen Zeiten“ zeigt das Bildungsforum Sankt Michael im Kolpinghaus eine Ausstellung über Leben und Werk des Kasseler Theologen, Arztes und Malers Dr. Kurt Reuber (1906–1944).
Im Mittelpunkt steht die weltbekannte „Stalingradmadonna“, die Reuber als Feldarzt der Wehrmacht zu Weihnachten 1942 im Kessel von Stalingrad mit einem Kohlestift zeichnete. Die Worte „Licht, Leben, Liebe“ stehen für die Hoffnung, die von dem Bild inmitten der Kriegssituation ausgehen sollte.
Die Ausstellung macht zugleich weniger bekannte Arbeiten Reubers zugänglich, darunter Porträts ukrainischer und russischer Zivilisten. Sie dokumentieren sein Wirken als Arzt, der im Krieg auch die Zivilbevölkerung medizinisch versorgte. Reuber war zudem als Seelsorger tätig und setzte seine künstlerische Arbeit auch unter den Bedingungen des Krieges und der Gefangenschaft fort. Er starb im April 1944 in russischer Kriegsgefangenschaft.
